Gründung am 19.06.1906

„Singe, wem Gesang gegeben!”

So sagt der Volksmund und er denkt dabei in erster Linie an diese ursprünglichste musikalische Ausdrucksweise. Die unserem Verein angepasste Form dieses Spruches lautet:„Musiziere, wem Musik gegeben!“ Das Musikinstrument erscheint dabei als Mittel, die Kunst der Musik auf nicht gesangliche Art aus zu drücken. Noch bevor von der Gründung eines Vereins die Rede war, wird die Musik in der Vergangenheit wohl oft im Mittelpunkt diverser Veranstaltungen gestanden haben. Der gemeinschaftliche Gesang oder das individuelle Musizieren eines einzelnen oder einer kleinen Gruppe wird so manche Veranstaltung begleitet haben.

Als die Musik noch in den Kinderschuhen steckte, musste man sich wohl mit für heutige vergleichsweise bescheidenen Mitteln und Instrumenten zufrieden geben Die musikalische Kultur hat sich also entscheidend verandert. Dies wird deutlich, wenn man beispielsweise die heutigen Massenveranstaltungen wie Discos, Zeltfeste, Livekonzerte oder die gigantischen Open-Air-Festivals mit den in fruüeren Zeiten bekannten Formen und Anlassen vergleicht.

So bildeten früher die familiaren Feste wie Taufe eines Neugeborenen, Kindskaffee, Hochzeiten, dorfliche Tanzveranstaltungen aber auch nachbarliche Zusammenkünfte die Fundamente musikalischen Schaffens. So ist es auch nicht verwunderlich, dass an der Schwelle des 20. Jahrhunderts in mehreren Ortschaften unserer Gegend Musik- und Gesangvereine wie Pilze aus dem Boden schossen.

Der Initiative des preussischen Grenzbeamten Ott, der zu jener Zeit den Dienst hier versah, ist es zu verdanken, dass die Idee zur Gründung eines Musikvereins in Rodt in die Tat umgesetzt wurde. Dem Aufruf des gelernten Militärmusikers folgten 10 Musikbegeisterte aus der näheren Umgebung: 6 Einwohner aus Rodt, 3 Brüder aus Emmels sowie ein Musiker aus Hinderhausen.

Leonard Theissen spielte kein Instrument, sondern war lediglich Vize-Prasident und Gönner des Vereins. Als Pate half Servatius Adams dem Verein aus mancher finanziellen Notlage. Natürlich hatte nicht jeder Musikbegeisterte ein Instrument zur Hand. Nach einigen harten Diskussionen wurde beschlossen, dass jeder sein Instrument selbst bezahlen sollte. Dabei muss man allerdings bedenken, dass die Gründer noch jung an Jahren waren und dass die Verdienstmoglichkeiten in dieser Zeit doch eher beschränkt waren und dass der Kauf eines Instruments nur mit erheblichen finanziellen Einschränkungen zu vollziehen war. In den meisten Fällen musste das nötige Geld also geliehen und von dem kargen Einkommen zurückbezahlt werden. Dies tat dem Eifer und Übungsfleiss der Buchenbergbläser allerdings keinen Abbruch. Bereits nach 5 Monaten wagte sich der neu gegründete Verein am Neujahrstag 1907 an die Öffentlichkeit. Einige Monate später trafen sich die Jungmusiker nach der Fastenzeit morgens unter den Buchen. Ein musikalischer Ostergruss ertönte von den Hohen des Buchenbergs und erfreute die überraschte Dorfgemeinschaft. Mit mehreren Konzertveranstaltungen entwuchs man so langsam den musikalischen Kinderschuhen. Eine allseits bekannte und beliebte Tanzkapelle hatte man mittlerweile auch gegründet. Die politischen Wirren und der Ausbruch des 1. Weltkriegs beendeten nach 8 Jahren einstweilen die doch schon florierende Vereinstatigkeit.